Whitney Houston im Künstler-Portrait: Voice of America, herb im Abgang

Im Universum gibt es einen Star weniger. Doch der Klang ihrer Stimme betört auch nach dem Tod der Pop-Diva die Welt: Whitney Houston.

„Selten hatte man eine solche Stimme gehört, mit einer solch gleichbleibenden Kraft über drei Oktaven, und einer gewaltigen Inbrunst, die sie mit ihrem samtigen Timbre in jede nur erdenkliche Dynamik lenken konnte“, so beschreiben Andrian Kreye und Jörg Häntzschel die einzigartige „Voice of America“ zwei Tage nach ihrem Tod in der Süddeutschen Zeitung.

Das am 9. August 1963 geborene Ausnahmetalent begann im Kirchenchor ihrer Heimatstadt Newark, New Jersey zu singen. Bevor sie ganz groß rauskam, sang sie begleitend im Hintergrund und zunehmend als Hauptstimme für diverse Musiker.

Schon bald machte Whitney die Nachtclubs unsicher: Gemeinsam mit ihrer Mutter Cissy Houston sammelte sie früh Bühnenerfahrung. Als begnadete Sängerin, die unter anderem Elvis Presley und Aretha Franklin musikalisch begleitet hatte, legte Cissy Houston ihrer Tochter nicht nur die ohrenbezaubernde Begabung in die Wiege.

Dank ihrem Aussehen glänzte Whitney neben ihrer Laufbahn als Sängerin ebenso als Model. Unter anderem posierte sie für bedeutende Magazine wie Vogue und Glamour.

Nach mehreren Angeboten für einen Plattenvertrag unterschreibt Whitney bei Arista Records. Der Gründer des Labels, Clive Davis, investierte intensiv in das Talent. So vollendeten sie in Zusammenarbeit mit einigen der besten Produzenten nach zwei Jahren harter Arbeit Whitneys erstes Album.

Grandioses Debüt

Das Debüt-Album „Whitney Houston“ im Jahr 1985 war ein voller Erfolg und verkaufte sich allein in den USA über 10 Millionen Mal. Gleich drei Lieder des Albums erreichten Platz 1 der Charts. Für die Single „Saving All My Love For You“ gewann Whitney ihren ersten Grammy Award als beste weibliche Pop Performance. Die ersten sechs Singles von Whitney stürmen allesamt die Chartspitzen.

Wusstest du schon: Der Hit „One Moment In Time“ war der offizielle Song bei den Olympischen Sommerspielen 1988 in Südkorea.

http://www.youtube.com/watch?v=b68AkJtjdPs

Zum Lied „One Moment In Time“ habe ich euch mal von hier den Songtext zu „One Moment In Time“ rausgesucht. Bei golyr.de, einem der größten deutschen Portale für Songtexte, findet ihr auch eine Übersetzung des Liedtextes ins Deutsche. Ich finde es immer ganz interessant zu wissen, über welche Themen die großen Stars eigentlich singen. Und wie sich das mit deren Leben in Bezug setzen lässt…

Each day I live
I want to be
A day to give
The best of me
I’m only one
But not alone
My finest day
Is yet unknown

I broke my heart
Fought every gain
To taste the sweet
I face the pain
I rise and fall
Yet through it all
This much remains

I want one moment in time
When I’m more than I thought I could be
When all of my dreams are a heartbeat away
And the answers are all up to me
Give me one moment in time
When I’m racing with destiny
Then in that one moment of time
I will feel
I will feel eternity

I’ve lived to be
The very best
I want it all
No time for less
I’ve laid the plans
Now lay the chance
Here in my hands

Give me one moment in time
When I’m more than I thought I could be
When all of my dreams are a heartbeat away
And the answers are all up to me
Give me one moment in time
When I’m racing with destiny
Then in that one moment of time
I will feel
I will feel eternity

You’re a winner for a lifetime
If you seize that one moment in time
Make it shine

Give me one moment in time
When I’m more than I thought I could be
When all of my dreams are a heartbeat away
And the answers are all up to me
Give me one moment in time
When I’m racing with destiny
Then in that one moment of time
I will be
I will be
I will be free
I will be
I will be free

Whitney Houston ließ sich über viele Jahre kaum bremsen. Insgesamt wurde sie mit über 200 Diamant-, Platin-, Gold-, und Silberschallplatten ausgezeichnet. Für eine Auflistung aller Alben empfehle ich den Abschnitt „Diskografie“ gegen Ende dieses Artikels. Mit ihrer Musik beeinflusste sie etliche Künstler der nächsten Generationen, wie Christina Aguilera und Mariah Carey. 1998 veröffentlichte Mariah Carey zusammen mit Whitney Houston den Hit „When You Believe“.

Whitney Houston, Super Bowl XXV by Beacon Radio

Auf dem Foto seht ihr Whitney Houston im Tampa Stadium in Florida, als sie 1991 beim 25. Super Bowl mit einer Version des Liedes „The Star Spangled Banner“ in der Halbzeitpause für Stimmung sorgte.

Erfolg mit Filmen – und schlechte Zeiten

In den 90er Jahren probierte sich Whitney Houston erfolgreich als Schauspielern. Dank dem Drehbuchautor Lawrence Kasdan, der beispielsweise bereits bei „Star Wars“ und „Indiana Jones“ sein Können bewiesen hatte, spielte Whitney an der Seite von Kevin Costner in „Bodyguard“. Allerdings blieb dem Film der ganz große Erfolg verwehrt. Im Gegensatz zur dazugehörigen Filmmusik von Whitney, die sich, wie ihr Debüt-Album, über 10 Millionen Mal in den USA verkaufte.

Filmografie

  • 1992: Bodyguard (The Bodyguard)
  • 1995: Warten auf Mr. Right (Waiting To Exhale)
  • 1996: Rendezvous mit einem Engel (The Preacher’s Wife)
  • 1997: Cinderella (Rodgers & Hammerstein’s Cinderella)

1992 heiratete Whitney Houston den Sänger Bobby Brown, mit dem sie die Tochter Bobbi Kristina zeugte. Das Paar, deren Leben zeitweise in einer eigenen Reality Show dokumentiert wurde, sorgte für massig negative Schlagzeilen und 2007 folgte die Scheidung.

Die letzten 20 Jahre waren aber nicht nur von der scheiternden Ehe geprägt. Einhergehend mit dem Beziehungsstress verlor sich Whitney immer stärker im Drogenkonsum. Unter ihrem Marihuana- und Kokainkonsum, sowie dem Tablettenmissbrauch litt neben der Seele der Sängerin in verheerendem Maße die einzigartige Stimme.

Comeback – und wieder vergessen

2001, wegen einem Auftritt von Whitney Houston in schrecklich abgemagertem Zustand, kursierten am Folgetrag sogar Gerüchte, sie sei gestorben. 2002 schaffte die Sängerin mit dem Album „Just Whitney“ ein kleines Comeback.

2009 trat Whitney Houston bei „Wetten, dass…“ auf. Sie war wieder da. Mit dem Album „I Look To You“ katapultierte sie sich sogar noch einmal Platz 1 der Charts. Doch der dauerhafte Drogenentzug misslingt. Bei ihrer Welttournee 2009 hagelt es schlechte Kritiken und die Enttäuschung über die geschädigte Stimme ist riesig. Zudem oder gerade deswegen geriet Whitney Houston über die letzten Jahre ihres Lebens bei vielen Menschen in Vergessenheit. Wie ein Stern, der immer blasser wird. Ihr musikalisches Niveau war eben nicht mehr auf der Höhe, wie wir es von ihr gewohnt waren.

Umso größer war am 11. Februar 2012 der Schock, als man die „Voice of America“ plötzlich in Beverly Hills tot auffand – im Alter von 48 Jahren, ertrunken in der Badewanne? Die genaue Todesursache ist bislang ungeklärt. Am wahrscheinlichsten scheint eine tödliche Mischung aus Alkohol und Medikamenten.

Letztendlich ist es egal, wie sie gestorben ist. Wir brauchen uns auch nicht großartig darüber Gedanken machen, was Whitney in den letzten Jahren getrieben hat. Bei all dem Unheil in der Welt: Lasst uns die positiven Dinge einer wahren Diva des Pop hervorheben. Die Musik. Ihre unvergleichliche Stimme. Die Erinnerung an den leuchtenden Stern an seinen besten Tagen.

Ihr wollte noch mehr über das Leben von Whitney Houston erfahren? Dann empfehle ich euch die offizielle Biografie auf der Website von Whitney Houston. Außerdem könnt ihr bei der New York Times viele interessante Artikel recherchieren oder euch auf RollingStone.com informieren.

Diskografie

Alben

  • 1985: Whitney Houston
  • 1987: Whitney
  • 1990: I’m Your Baby Tonight
  • 1992: The Bodyguard (Soundtrack)
  • 1996: The Preacher’s Wife (Soundtrack)
  • 1998: My Love Is Your Love
  • 2000: The Greatest Hits
  • 2001: Love, Whitney
  • 2002: Just Whitney
  • 2009: I Look to You

Singles

  • 1985: You Give Good Love
  • 1985: Saving All My Love for You
  • 1985: How Will I Know
  • 1986: Greatest Love of All
  • 1987: I Wanna Dance with Somebody (Who Loves Me)
  • 1987: Didn’t We Almost Have It All
  • 1987: So Emotional
  • 1988: Where Do Broken Hearts Go
  • 1988: Love Will Save the Day
  • 1988: One Moment in Time
  • 1990: I’m Your Baby Tonight
  • 1990: All the Man That I Need
  • 1991: The Star-Spangled Banner
  • 1992: I Will Always Love You
  • 1993: I’m Every Woman
  • 1995: Exhale (Shoop Shoop)
  • 1997: Step by Step
  • 1998: When You Believe (mit Mariah Carey)
  • 1999: My Love Is Your Love
  • 2000: Could I Have This Kiss Forever (mit Enrique Iglesias)
  • 2009: I Look to You
  • 2009: Million Dollar Bill

Bildquelle 1: von Asterio Tecson
Bildquelle 2: von Beacon Radio

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