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Bettler – ein Fass ohne Boden?

Nur wenige Wochen nach meiner Ankunft in Südafrika habe ich hier einen Film im Kino gesehen namens „The Bang Bang Club“. Er stellt die reale Geschichte vierer Journalisten dar, die zwischen 1990 und 1994 in Südafrika die auftretenden Unruhen dokumentiert haben. Einer dieser Journalisten, Kevin Carter, hat darüber hinaus, während er eine UN-Hilfslieferung in den Sudan, wo zu dem Zeitpunkt eine Hungersnot wütete, begleitet hat, ein Foto geschossen, für das er den Pulitzerpreis bekommen hat. Es zeigt ein halbverhungertes kleines Kind. In einem Interview wurde ihm die Frage gestellt, ob er dem Kind denn nicht geholfen hätte – und warum nicht. Wenig später beging er Selbstmord.

Ich denke jeder, der mit Armut konfrontiert wird, die seine eigene bei Weitem übersteigt, sollte sich fragen, was und wie viel er dagegen tun kann und möchte. In meiner Position, meinem sozioökonomischen Hintergrund und an einem Ort wie Kapstadt ist es für mich auch unmöglich, mir diese Frage nicht zu stellen.
Kürzlich erhielt jedoch eines meiner Fotos auf diesem Blog, das ich u.a. mit dem Satz „Und der ganze Park in der Innenstadt ist leider auch nicht frei von Bettlern.“ kommentiert hatte, einen Kommentar, der mir (falls ich ihn richtig verstanden habe) vorwarf, ich würde aus Überheblichkeit die Armut in Kapstadt, die Bettler zum Ausdruck bringen, ignorieren. Aus diesem Anlass möchte ich mich an dieser Stelle mit dem Thema befassen.

Grenzen der Hilfsbereitschaft?

Wie wahrscheinlich die meisten Freiwilligen hatte ich, als ich mich für einen Freiwilligendienst entschieden habe, die Absicht zu helfen – auf die eine oder andere Weise. Früher hatte ich mir einen Freiwilligendienst prinzipiell sehr einfach vorgestellt: Ich helfe jemandem, und da meine Hilfe ja etwas wert ist, brauche ich mir um den Rest keine Sorgen zu machen. Das war natürlich weit gefehlt. Schon allein das Prinzip, dass man Hilfe immer einen materiellen Wert zuweisen kann, von dem man einen kleinen Teil zurückbekommen kann, geht nicht auf – trotzdem ist sie etwas wert. Hilfe ist dazu zu vielfältig zu betrachten – es geht nicht nur um Hilfe, die konkret Kosten senkt, auch Austausch, Ansprechpartner sein, vielleicht in gewisser Hinsicht Beispiel sein und tatsächlich auch das „einfach da sein“ kann eine deutliche Bereicherung darstellen.

Zudem ist es generell nicht so, dass ein Freiwilliger dazu eingesetzt wird, eine bezahlte Kraft zu ersetzen und somit Kosten zu sparen. Vielmehr stellt der Freiwillige seine Hilfe als Zusatznutzen für sein Projekt und dessen Adressaten zur Verfügung, den es ohne ihn nicht geben würde – zumindest ist es so gedacht. Die meisten Projekte messen ihren Erfolg auch nur sekundär an Finanzen, sondern vorrangig an dem Erreichen von meist sozialen und ökologischen Verbesserungen, an denen sie arbeiten.

Vor diesem Hintergrund stellt sich mir die Frage, wie weit diese Hilfsbereitschaft gehen kann und sollte und ob sie Grenzen braucht.

Wenn ich versuche mir vorzustellen, wie es wäre, wenn sie keine Grenzen kennen würde, kommt mir zuerst der Gedanke zweier gleich großer, aber unterschiedlich hoch gefüllter Aquarien, die nur durch eine gemeinsame Wand voneinander getrennt sind. Diese Trennwand wird nun weggenommen. Von dem Aquarium mit mehr Wasser schwappt Wasser ins andere Aquarium, sodass schon kurze Zeit später in beiden Aquarien gleich viel Wasser steht. Und, noch romantischer, es sind ja gar keine zwei Aquarien mehr, denn indem ihre Trennwand weggenommen wurde, wurden sie zu einem vereint. Irgendwie schön, irgendwie erstrebenswert fühlt es sich an. Bei genauerem Hinsehen verkörpert dieses Gleichnis sein reales Äquivalent aber äußerst unzureichend. Was stellen die beiden Aquarien dar? Zwei Menschen? Gar einen Bettler und mich? Wenn ja, dann geht das nicht auf. Schließlich gibt es nicht nur einen Bettler. Und nicht nur einen Freiwilligen. Mindestens genauso wichtig ist, was das Wasser darstellt. Geld? Ich halte es für kaum realistisch, einem Bettler fast die Hälfte meiner finanziellen Mittel zu überlassen. Und erst recht nicht für erstrebenswert. Abgesehen davon bin ich ein Freiwilliger, der zwar glücklicherweise deutlich „besser“ (glücklicher?) lebt als die Bettler, aber der für seine Arbeit nicht bezahlt wird (demnächst mehr dazu aus einer anderen Perspektive) und erst recht keinen Vorteil aus dem Elend der Bettler zieht. Warum soll ich mich also schuldig fühlen und in großem Stil Zuwendungen machen?

Anders ausgedrückt: Wenn ich jede materielle Benachteiligung mir gegenüber, die mir zu Gesicht kommt, versuchen würde zu bekämpfen und mich nicht darauf beriefe, dass der Rest der Welt auch seinen Teil übernimmt, säße ich sehr schnell selbst auf dem Trockenen.

Dazu kommt der psychologische Effekt: Meine Situation ist glücklicherweise im Ausmaß nicht mit der von Kevin Carter zu vergleichen und ich bin auch weit vom Selbstmord entfernt, dennoch: Würde ich mir selbst keine Grenzen setzen, über die hinaus ich mich nicht zur Hilfe verpflichtet fühle, könnte ich keinen Blick aus dem Fenster wagen, ohne davon Albträume zu bekommen. Armut ist nicht lustig, aber ab einem gewissen Punkt muss ich sie als gegeben hinnehmen, wenn ich nicht mit Bergen von Selbstvorwürfen leben möchte. Und das möchte ich nicht. Ist diese Werthaltung erschreckend, gar abstoßend?

Über die Ver(sch)wendung der 2 Rand

Aber die Bettler betteln doch nur um 2 Rand, um sich etwas zu essen zu kaufen. Doch was würde passieren, wenn ich ihnen dieses Geld gäbe? Hier berufe ich mich auf eine Initiative der Kapstädter Stadtverwaltung. Diese meint, ich würde Betteln damit attraktiv machen, wenn ich den Bettlern Geld gäbe. Darüber hinaus haben angeblich viele Kapstädter Bettler ein ernsthaftes Drogenproblem. So sei es wahrscheinlich, dass meine 2 Rand nicht dazu eingesetzt werden, dem Magen des Bettlers Nahrung zu verschaffen, sondern eher seinem Hunger nach Drogen, wodurch sich seine Situation natürlich zusehends verschlimmert. Was nun, wenn der Bettler sagt, er möchte doch nur etwas zu essen und ich könne es sogar selber kaufen, wenn ich wolle? Dann benutzt er eben den Rest seines erbettelten Geldes nicht mehr zum Lebensmittelkauf, sondern für Drogen. Und attraktiver würde ich das Betteln so natürlich trotzdem machen. Abgesehen davon, dass ich auch erstmal etwas Essbares für 2 Rand finden muss. Schließlich möchte ich auch zu meiner eigenen Sicherheit zu potenziell drogenabhängigen Bettlern lieber Distanz wahren. Wenn ich ihnen den kleinen Finger reiche, wer garantiert mir dann, dass sie nicht im nächsten Moment ein Messer zücken und sich die ganze Hand nehmen?

Ich vertrete klar die Position, dass ich mich nicht zur Hilfe verpflichtet fühlen muss, wenn es für mich eine Gefahr darstellt, erst recht nicht, wenn die Gefahr von dem potenziell „Geholfenen“ ausgeht.

Ein Fass ohne Boden

Eines Tages bin ich im Bahnhof jemandem begegnet, der mich um 6,50 Rand für eine Zugfahrkarte nach Hause gebeten hat (das war vor der letzten Preiserhöhung…). Er hätte zu wenig Geld mitgenommen und wüsste nicht, wie er jetzt nach Hause kommen sollte – und ob ich ihm nicht bitte helfen könnte. Für mich stand schnell außer Frage, dass ich ihm Geld für eine Zugfahrkarte geben würde. Und so habe ich es auch getan. Ich glaube noch heute, dass er sich tatsächlich eine Zugfahrkarte gekauft hat.
Doch wenn ich einem Bettler begegne und es doch mal so weit kommen lasse, dass dieser mir erklärt, dass er oder sie mein Geld braucht, um nicht auf der Straße schlafen zu müssen, nehme ich Abstand davon, ihm Geld zu geben. Wo liegt da der Unterschied?

In beiden Situationen werde ich wahrscheinlich etwa angesprochen mit „Could you help me out with … Rand?“, ich übersetze es mal mit „Könnten Sie mir bitte mit soundsoviel Rand unter die Arme greifen?“, doch im Englischen wird es durch „help me OUT“ (etwa „heraus helfen“) noch deutlicher: Warum greift man jemandem unter die Arme? Bildlich gesprochen, um ihm das Laufen beizubringen. Anders ausgedrückt, um ihm aus seiner misslichen Situation herauszuhelfen. Genau das mache ich tatsächlich, wenn ich jemandem durch eine kleine finanzielle Zuwendung ermögliche, sich eine Zugfahrkarte nach Hause zu kaufen – wo er vermutlich in Sicherheit ist und genug Geld hat, um am nächsten Tag wieder normal zur Arbeit zu fahren, ohne erneut in der gleichen Situation zu enden. Es gab auch schon mehrmals Momente, in denen ich Angst hatte, dass mir selbst das gleiche passieren könnte (zum Beispiel nach meiner Fahrt mit dem Rikkis Taxi).

Wenn ich dem anderen Bettler kein Geld gebe, steckt dahinter hingegen der bizarre Gedanke: Wenn der Bettler sich von meinem Geld für heute Nacht eine Unterkunft leistet, was macht er dann morgen? Er wird doch niemals genug zusammengebettelt haben, um sich dauerhaft und nachhaltig aus seiner Lage herausmanövrieren zu können, oder? Am nächsten Tag wird er wieder Betteln und immer so weiter. Es ist, als wollte ich ein Fass ohne Boden mit Geld füllen. Bis er vielleicht eines Tages von einem Sozialarbeiter oder einer Hilfsorganisation aufgesammelt wird.

Bizarr ist mir der Gedanke vom Fass ohne Boden schon. Schließlich schreibe ich die Menschen damit in gewisser Hinsicht ab. Und nenne ihnen gleichzeitig keinen Lösungsansatz, um aus ihrer Situation auszubrechen. Wenn ich ihnen Geld geben würde, wäre das aber auf jeden Fall keine Lösung. Gerade deshalb möchte ich mich von Bettlern auch erst gar nicht ansprechen lassen – ich kann ihnen nicht sagen, warum ich ihnen kein Geld geben möchte, ohne sie bloßzustellen.

Aber offensichtlich gibt es Dinge, die ich tun kann, um die Not zu verringern. Schließlich gibt es Hilfsorganisationen, die wenigstens einer begrenzten Anzahl Menschen nachhaltig eine Alternative zum Betteln bieten können. Oder Prävention leisten. Außerdem gibt es Organisationen, die Umweltschutz betreiben und damit tatsächlich der Menschheit als ganzes helfen. Ich denke, es ist gerechtfertigt, solche Organisationen finanziell zu unterstützen, wenn sie darauf angewiesen sind. Und das tue ich auch tatsächlich selbst.

Betteln konkret

Wie das Betteln konkret aussieht, ist unterschiedlich. Meistens aber sehe ich Bettlern an, dass sie Bettler sind, bevor sie mich anbetteln. Oft gehen sie langsam und schlürfend umher, in gebückter Haltung und sie tragen natürlich auch andere Kleidung als der Rest der Bevölkerung. Sie machen einfach keinen sehr vertrauenswürdigen Eindruck. Nach Möglichkeit versuche ich, ihnen weiträumig aus dem Weg zu gehen oder solche Bestimmtheit auszustrahlen, dass sie mich nicht ansprechen. Machen sie leider meistens trotzdem. Die meisten sprechen mit einer leisen, klagenden Stimme:
„Sorry Sir, can you help me out with just 2 Rand, man, to buy me some food, man, please, man.“ (auf Deutsch: Entschuldigen Sie bitte, können Sie mir mit nur 2 Rand unter die Arme greifen (siehe oben), Mann, um mir etwas zu Essen zu kaufen, Mann, ich bitte Sie, Mann.) oder
“Sorry Sir, I don’t want money, Sir, I’m not a bad guy, but can you give me some food…” (Entschuldigen Sie bitte, ich möchte ihr Geld nicht, mein Herr, ich bin kein schlechter Mensch, aber bitte geben Sie mir etwas zu essen…).

Ich finde das so unangenehm (und habe daher geschrieben „…leider auch nicht frei von Bettlern.“), weil die Bettler bei mir wunde Punkte erwischen. Auch bei ihnen tue ich mir sehr schwer, ihnen direkt ins Gesicht zu sagen, dass ich ihnen nicht traue, dass ich ihnen unterstelle drogenabhängig zu sein und besonders die Geschichte mit dem Fass ohne Boden. Am Anfang habe ich mich hinreißen lassen, ihnen doch etwas zu essen zu geben, wenn ich gerade etwas dabei hatte. Und was ist passiert? Ich mache meinen Rucksack auf, um ein paar Weet-Bix (keksartige Klumpen aus Weizenflocken, zum Frühstück hier sehr beliebt) auszupacken, die ich mir gerade kiloweise gekauft hatte, da greift der Bettler einfach zu, reißt mir die ganze Packung aus dem Rucksack und läuft weg. In voller Rage habe ich ihn verfolgt und schon ein paar Meter weiter anhalten und ihm die Packung wieder abnehmen können – dank der Anwesenheit von Passanten – nur um mir danach die Frage anhören zu müssen: „Do you want to help me or not?“ (auf Deutsch „Möchten Sie mir nun helfen oder nicht?“). Das ist doch ein schlechter Scherz, oder?

In Namibia sind mir zwar nach dem ersten Tag keine „Cape-Town-Style“-Bettler mehr begegnet, doch Betteln funktioniert dort auch, bloß etwas anders: Der Kunsthandwerker fragt erstmal freundlich nach meinem Namen und wie es mir geht, dann bittet er mich, „ganz unverbindlich“ einen Blick auf seine ausgestellten Waren zu werfen. Ich stimme zu (mein erster Fehler) und komme mit zu seinem Stand. Dort versucht der Kunsthandwerker mir hartnäckig alles Mögliche anzudrehen. Ich will nichts kaufen, möchte aber auch nicht leugnen, dass die Kunst nach einer ganzen Menge Arbeit aussieht und zum Teil durchaus schön ist. Nun die erste fatale Frage der Kunsthandwerkers: „What kind of art would you buy?“ Ja, was soll ich jetzt sagen? „Gar keine“ wäre wohl richtig gewesen. Ich aber: „I’m looking for things that are not only beautiful, but also useful.“ Mein zweiter Fehler. Folglich versucht mir der Kunsthandwerker mit der Bemerkung „You’re my friend!“ den Nutzen irgendwelcher Schalen oder Schlüsselanhänger oder sonstwas nahezubringen. Dann die zweite Frage: „We can negotiate. What price would you like to pay?“ Ich sehe schon ein, dass ein geflochtener Korb Zeit für die Herstellung braucht, aber ich will das Geld einfach nicht ausgeben. In der Zwischenzeit ziehe ich natürlich andere Kunsthandwerker an wie einen Bienenschwarm, die sich gegenseitig fertigmachen, um meine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Schließlich gebe ich entweder nach und kaufe den geflochtenen Korb mit Deckel, den ich sogar gebrauche, aber wer braucht einen geflochtenen Korb, wenn das natürlich viel teurer ist, wenn ich auch keine kleine Stofftasche hätte nehmen können. Zu spät. Oder ich widerstehe den Kunsthandwerkern und versuche mich, am Ende notgedrungen mit abfälligen Bemerkungen, aus dem Staub zu machen. Die nächsten 200 Meter habe ich noch große Gesellschaft. Sie wollen mir Schlüsselanhänger mit dem Namen meiner Liebsten drauf verkaufen. Dabei schwatzen sie mir irgendwelche Namen auf und schnitzen sie in die Schlüsselanhänger. Dann sind sie natürlich sauer, wenn ich sie nicht kaufe. Wenn ich sie schließlich davon überzeugt habe, dass ich wirklich nicht kaufwillig bin, machen sie weiter wie die Kapstädter Bettler: Sie winseln sich gebückt um mich herum mit den Worten „Can you help me out with just 20 Dollars, man, to buy me some food, man, I’m starving, man, please, man!“ (auf Deutsch: „Kannst du mir bitte aushelfen mit nur 20 Dollar, Mann, um mir etwas zu essen zu kaufen, Mann, ich bin am Verhungern, Mann, bitte, Mann!“ Ihr seht, Namibia ist teuer.) So, Mann, jetzt reichts, ich bin weg.

Und man glaubt es kaum: Sogar auf dem Gelände der DSK kommt Betteln vor. Wir haben hier gerade eine Baustelle und daher viele Bauarbeiter auf dem Grundstück. Eines Tages begrüßte mich einer von ihnen mit den Worten „Carl! My friend! You must give me your shoes when you leave!“ (etwa: „Carl! Mein Freund! Du musst mir deine Schuhe hier lassen, wenn du wieder nach Deutschland fliegst!“). Wie komme ich denn dazu? Ich gebe doch nicht einfach irgendwem, den ich gar nicht kenne, meine Schuhe, die ich selbst so gerne trage wie keine Zweiten, nur weil der mich Freund nennt.

Zurück ins Aquarium

Wenn nicht Geld, was könnte das Wasser sonst darstellen? Was ist es wirklich, was ich geben möchte? Hilfe im Allgemeinen? Für mich sind es Respekt und Interesse, die ich zu teilen bereit bin. Damit meine ich nicht, dass ich bereit wäre, einfach unbekannte Leute auf der Straße anzusprechen und ihre Lebensgeschichte zu erfragen. Aber ich interessiere mich grundsätzlich für andere Menschen, versuche ihnen gegenüber offen und respektvoll zu sein. Natürlich gibt es auch Situationen, in denen ich mich nicht so gut darin mache, und leider fällt mir gerade Letzteres bei Bettlern oft schwer, wie ich oben erklärt habe. Daher entfliehe ich dem, indem ich erst gar nicht auf die Bettler eingehe, sondern sie von vornherein abweise oder ihnen aus dem Weg gehe.

Außerdem möchte ich gerne auch praktisch helfen und für Leute da sein, wo ich das kann. Für diese Art von Hilfe bin ich hier, nicht um finanzielle Hilfe zu leisten. Doch bei praktischer Hilfe kommt es mir stark auf die Adressaten und mein Verhältnis zu ihnen an. Und ich kann es nicht in beliebigen Ausmaß leisten, aus dem gleichen psychologischen Grund wie mit dem Geld.

Mein Fazit

In meiner Position als Freiwilliger in Kapstadt kann ich nicht überall dort helfen, wo mir Not begegnet. In gewissen Situationen könnte ich mehr machen, um Not zu lindern, als ich es tue. Doch ich muss mir selbst Grenzen setzen, über die hinaus ich mich nicht zur Hilfe verpflichtet fühlen muss, denn sonst verfiele ich in schlechtes Gewissen. Für mich überschreitet materielle Hilfe momentan diese Grenze. Außerdem denke ich nicht, dass ich konkret die Not der Bettler lindern würde, wenn ich auf ihr Gebettel eingehen würde – sondern eher noch steigern.

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23 Kommentare zu Bettler – ein Fass ohne Boden?

  1. trallala sagt:

    Viel geschrieben – wenig verstanden – Schade. Es geht nicht um Rettung. Es geht um Achtung(vor Bettlern und Drogenabhängigen!) und darum die Dinge kritisch zu hinterfragen. Und letztendlich auch darum, unser Verschulden als “weisse” Herrenrasse zu erkennen. Und zu sehen, dass wir mit unserem Wohlstand und unreflektiertem Konsum nach wir vor zur Ausbeutung, Kinderarmut, Drogenkonsum von Kindern in der Welt beitragen – jede/r von uns!

    Hier einige Auszüge aus einem FOCUS-Artikel:
    Reportage KAP OHNE HOFFNUNG

    Ein schneller Rückblick: Auf die frühen sechziger Jahre wird der Beginn des großangelegten Gangstertums in den Flats datiert. Mandrax – eine seligmachende Droge, ein schweres Beruhigungsmittel – gelangt von Bombay nach Südafrika.

    Gangs bilden sich, um das uralte, tödliche Spiel aller Drogenbanden zu spielen: das Schachern um Straßenecken und Häuserblocks, in der eine Gang ihre Ware verkaufen kann und eine andere Gang – will sie am Leben bleiben – nichts verloren hat. Das zu dieser Zeit ungehindert wirtschaftende Apartheidregime sah dem Treiben nicht ohne Sympathie zu, Grundtenor: daß sich die „Kaffer“ gegenseitig drogenverseuchen und wegblasen, wie erfreulich. Man verfiel in den fatalen Irrtum, an ewige Verhältnisse zu glauben. Man ließ die Seuche wuchern. ……………………………

    Nehmen wir das Dutzend Kinder, die wir hinter der Mauer eines öffentlichen Aborts finden. Abgerissen und verdreckt kauern sie im Schatten, um die Hitze besser auszuhalten. Sie sind zwischen sieben und 16, und ihr Leben verirrte sich von Anfang an in die falsche Richtung.

    Ihre Geschichten klingen banal und katastrophal zugleich: die versoffenen, die prügelnden, die abwesenden Väter und Mütter, armselig und asozial, unfähig zu den geringsten Gesten familiärer Fürsorge. „Hier“, sagt der zehnjährige Riaan und deutet auf die anderen Kinder, „das ist meine Familie.“

    Noch betteln sie. Reicht das Geld nicht für ein paar Laib Brot, dann betäuben sie sich. Sie gehen auf den billigsten, nicht minder ruinösen Trip, den die Cape Flats seit langem bieten: Sniffen. ………………………
    Soll sich keiner wundern: über 60 Prozent Arbeitslosigkeit in den Cape Flats. Über die Hälfte ihrer Bewohner lebt ohne Strom und ohne fließendes Wasser. Über die Hälfte lebt nicht, sondern vegetiert in Shanty Towns, den hunderttausend aus Blech und Pappdeckel genagelten Bruchbuden. Tapeziert mit Lux-Seifenpapier und verwitterten Zeitungen.

    Und die Achtung vor dem Leben des anderen? Woher, wenn ihnen jahrhundertelang von der weißen Herrenrasse – wieder wörtlich – eingeprügelt wurde, daß ihr eigenes (schwarzes, braunes, indisches) Leben nicht genug taugt, um lebenswert zu sein.

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